Der Eingriff

Informationen zu Operationen

Die meisten Operationen erfordern eine postoperative stationäre Überwachung. Dies hängt von der Größe/Länge des Eingriffs, aber auch von den potentiellen postoperativen Risiken und Nebenwirkungen ab. Zudem wird bei prinzipiell ambulant durchführbaren Eingriffen eine stationäre Überwachung über Nacht gefordert, wenn es die Vorerkrankungen des Patienten notwendig machen oder eine lückenlose Betreuung zu Hause nicht möglich ist. Sie werden von der Klinik, die den Eingriff durchführt, zunächst in der Leitstelle gesehen, untersucht und aufgeklärt. Danach werden Sie entweder direkt in die Anästhesie-Prämedikation geschickt oder Sie machen einen gesonderten Termin zum Narkosevorgespräch bei uns aus.
Tel. +49 (0)89 1797-1703 und +49 (0)89 1797-1704

Benötigte Unterlagen

Bringen Sie bitte alle relevanten Unterlagen bereits zur Voruntersuchung mit und legen Sie sie dem Operateur sowie dem Narkosearzt vor: Allergieausweis, Medikamentenliste, relevante Vorbefunde/alte Arztbriefe. Nur falls vorhanden: aktuelle Laborbefunde, EKG, Röntgen- oder CT-Befunde. Sollten Sie kein aktuelles EKG/Laborbefunde zur Verfügung haben, werden diese Untersuchungen bei uns im Haus durchgeführt. Sollten noch weitere präoperative Untersuchungen bei Ihnen notwendig sein und noch ausreichend Zeit bis zum OP-Termin bestehen, kann es auch sein, dass wir Sie für weitere Untersuchungen an ihren Hausarzt/Kardiologen/Lungenfacharzt verweisen.
Falls bei Ihnen vor der Operation eine Blutarmut bekannt ist oder bei uns diagnostiziert wird, kann es je nach Eingriff notwendig sein, die körpereigene Blutbildung durch Gabe von intravenösem Eisen und/oder Erythropoietin anzuregen. Dies wird immer häufiger durchgeführt, um eine Gabe von Fremdblutkonserven zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Wir können Sie diesbezüglich beraten! Eventuell kann sich durch diese Maßnahme aber der geplante OP-Termin verschieben.
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Terminplanung

Planen Sie mit: Die Terminabsprache richtet sich nach Art der Erkrankung und danach wie dringend der Eingriff vorgenommen werden muss. Allerdings berücksichtigen wir auch Ihre privaten Belange. Nehmen Sie sich Zeit für die Operation und die Genesung. Sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihren Angehörigen und Ihrem Arbeitgeber. Ein weiterer Punkt bei der Terminplanung kann eine Warteliste des Operateurs sein. Sollte kurz vor dem geplanten Eingriff ein akuter Infekt, etwa eine Erkältung, vorliegen, sprechen Sie mit dem Operateur. In vielen Fällen ist es sinnvoll, den Eingriff zu verschieben und zu warten, bis der Infekt abgeklungen ist. Durch solch einen Infekt kann das Risiko von Operation und Narkose steigen.

Der Abend vor dem Eingriff

Am Vorabend des Eingriffs sollten Sie sich entspannen und sich viel Ruhe gönnen. Sprechen Sie mit Ihrem Operateur oder Narkosearzt, ob spezielle Maßnahmen - wie etwa Beruhigungsmittel - nötig und sinnvoll sind. Sie müssen nüchtern zur Operation kommen. Nüchtern bedeutet, Sie können am Vorabend noch ein leichtes Abendessen einnehmen, aber ab Mitternacht (24 Uhr) bitte nichts mehr essen, auch keine Kaugummis, Bonbons oder Rauchen. Bis 6:00 Uhr am OP-Tag können Sie kleine Mengen klarer Flüssigkeit trinken, z. B. Wasser, Tee oder schwarzen Kaffee, gerne auch gesüßt. Bitte keine Säfte oder Milch.
Falls Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, insbesondere gerinnungshemmende oder blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin, besprechen wir mit Ihnen, wann, ob und wie Sie diese einnehmen oder rechtzeitig absetzen können.
Bitte scheuen Sie sich nicht, uns zu fragen, wenn noch Unklarheiten, Sorgen oder Ängste bestehen. Während dem Narkose-Aufklärungsgespräch ist dafür in der Regel genug Zeit und auch danach besteht die Möglichkeit, uns in dringenden Fällen in der Anästhesie-Prämedikation telefonisch werktags zwischen 8 und 16 Uhr zu erreichen.

Am Operationstag

Vorbereitung
Ihre Pflegekraft und ihr Stationsarzt bereiten Sie individuell auf ihren Eingriff vor. Aus Gründen der Qualitätssicherung verwenden wir hierzu standardisierte Verfahren und Checklisten. Gegebenenfalls werden wir Sie auch bitten, beispielsweise Thrombosestrümpfe, Einmalunterwäsche und ein Klinikhemd anzuziehen. Des Weiteren führt  ihre Pflegekraft gegebenenfalls eine Rasur in der Körperregion durch, in welcher die Operation vorgenommen wird. Bitte legen Sie Kontaktlinsen, Schmuck (auch Piercings), Hörgeräte und Zahnprothesen ab und verzichten Sie auf Make-Up sowie lackierte Fingernägel. Sollte ihr Arzt Ihnen mitgeteilt haben, dass Sie nach der Operation für einige Zeit auf der Intensivstation liegen werden, packen Sie bitte wichtige Dinge wie beispielsweise Ihre Brille/Hörgerät/Zahnprothese zusammen. Unser Pflegepersonal wird sie Ihnen nach dem Eingriff auf die Intensivstation bringen.

Beruhigung
Auf Wunsch wird Ihnen am Morgen der Operation eine Beruhigungstablette verabreicht. Bitte sprechen Sie dies bei ihrem Narkosegespräch an, falls Sie nicht automatisch danach gefragt werden. Da sie nach Einnahme der Tablette etwas unsicher auf den Beinen sein können, informieren Sie bitte das Pflegepersonal, wenn Sie das Bett verlassen möchten.

Ihre Sicherheit geht vor
Bei jeder OP begleitet Sie eine OP-Checkliste, die ein Verantwortlicher aus dem Ärzte- oder Pflegeteam zu unterschiedlichen Zeitpunkten im OP-Ablauf überprüft und unterschreibt. Bitte haben Sie daher Verständnis, dass sie im OP mehrfach zu Name, Geburtsdatum und Art des Eingriffs befragt werden.

Operationssaal
Sobald der Operationssaal für Sie bereit steht, werden Sie vom Pflegepersonal Ihrer Station in den Operationsbereich gebracht.  Dort werden Sie auf den Operationstisch umgebettet und in den Vorraum des Op-Saales gebracht. Ihr Narkosearzt wird hier die Narkose vorbereiten. Anschließend fahren Sie die Mitarbeiter der Anästhesie in den Operationsaal, wo die Narkose begonnen wird.

Nach der Operation

Aufwachraum
Nach Ihrer Operation werden Sie vom Operationstisch in Ihr Bett umgelagert und in den Aufwachraum gebracht, wo ihre Narkose langsam abklingen wird. Sollten noch Schmerzen im Operationsgebiet bestehen,  können Sie dort  Schmerzmittel (per Infusion oder als Tablette) bekommen. Bitte sprechen Sie die dortigen Pflegekräfte rechtzeitig an, wenn Sie ein Schmerzmittel wünschen. Angehörige bekommen nur in besonderen Ausnahmefällen (z. B. operierte Kinder oder Menschen mit geistiger Behinderung) Zugang zum Aufwachraum.

Auskunft und Besuch
Wenn Sie wieder gut ansprechbar sind, wird ihr Operateur Sie über den Operationsverlauf informieren. Selbstverständlich geben wir auch ihren Angehörigen gerne Auskunft über den Eingriff. Bitte haben Sie aber Verständnis, das wir aus Datenschutz-Gründen keine Informationen über Sie am Telefon weitergeben dürfen. Unsere Pflegemitarbeiter auf Station teilen ihren Angehörigen gerne mit, wann diese mit einem Arzt persönlich sprechen und ab wann  Sie wieder Besuch empfangen können.

Intensivmedizinische Überwachung
Nach größeren und schwereren Eingriffen kann es sein, dass sie eine Zeit lang auf der Intensivstation oder auf der Operativen Wachstation betreut werden. Dies dient ihrer Sicherheit, da dort unter anderem Ihr Kreislauf und ihre Operationswunde rund um die Uhr kontrolliert werden. Ein Ärzteteam ist ständig in Ihrer Nähe. Sollten Sie nach ihrem Eingriff künstlich nachbeatmet werden müssen, verbringen Sie ebenfalls die ersten Tage auf der Intensivstation. Sobald ihr Zustand stabil ist, verlegen wir Sie wieder auf Station.