Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Adipositaschirurgie

Für ausgewählte Patienten kann nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten der multimodalen konservativen Gewichtsreduktion eine Operation der einzige Weg zur dauerhaften Kontrolle des Übergewichts und der Begleiterkrankungen sein. Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung mit den weltweit am besten etablierten Operationsverfahren Magenband, Schlauchmagen und Magenbypass, die selbstverständlich in der schonenden Technik der „Schlüssellochchirurgie“ durchgeführt werden.

Um eine optimale Betreuung der betroffenen Patientinnen und Patienten zu gewährleisten, arbeitet die Chirurgie eng mit dem Zentrum für Ernährungsmedizin und Prävention (ZEP) der Inneren Medizin I unseres Hauses zusammen. Durch unser interdisziplinäres Spezialistenteam wird dabei für jeden Patienten individuell die Entscheidung zu einem chirurgischen Eingriff sowie die Auswahl des Operationsverfahrens erarbeitet und die lebenslange Nachsorge und Hilfestellung nach der Operation gewährleistet.

Kontaktaufnahme:
Zur Erstvorstellung und Abklärung, ob ein operatives Verfahren in Frage kommt, kann ein Termin über das Sekretariat der Inneren Medizin I unter der Nummer +49 (0)89 1797-2401 vereinbart werden.

Liegt bereits eine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse für einen adipositaschirurgischen Eingriff vor oder wird eine chirurgische Beratung gewünscht, bitten wir um Terminvereinbarung im Sekretariat der Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter der Nummer +49 (0)89 1797-2302.

Magenband

Das verstellbare Magenband wird um den Anfang des Magens gelegt und kann durch die Verbindung über einen Schlauch mit einer unter die Haut platzierten Flüssigkeitskammer (Port) in seinem Durchmesser verändert werden. Durch die Einengung des oberen Magens entsteht bei der Nahrungsaufnahme ein rasches Völlegefühl. Werden die Ernährungsregeln strikt befolgt, kann das Übergewicht um ca. 40 bis 50 Prozent gesenkt werden.

Vorteile:

  • Vermindert drastisch die Menge an Nahrung, die mit einer Mahlzeit eingenommen werden kann.
  • Die normale Anatomie des Verdauungstracktes bleibt erhalten, daher kaum Mangelernährungserscheinungen.
  • Die Operation ist relativ kurz und risikoarm.
  • Das Band kann in der Regel problemlos wieder entfernt werden.

Nachteile/Risiken:

  • Erfordert in jedem Fall die meiste Disziplin bei den notwendigen Umstellungen der Lebensgewohnheiten.
  • Das Hungergefühlt bleibt häufig erhalten.
  • Das Band kann verrutschen.
  • Das Band kann die Magen- oder Speiseröhrenwand „durchwandern“ und dann eine erneute Operation erforderlich machen.
  • Der Magen kann durch das Band hindurchschlupfen und sich verklemmen. Im schlimmsten Fall wird dadurch die Magendurchblutung beeinträchtigt und es muss notoperiert werden.
  • Portkomplikationen (z. B. Infektion, Leckage, Diskonnektion) erfordern erneute Operationen.
  • Kann speziell nach zu voluminösem Essen zu Übelkeit und Erbrechen führen.
  • Der Magendurchtritt im Bereich des Bandes kann komplett verstopfen.
  • Der Magenpouch kann sich erweitern (Pouchdilatation).
  • Die Speiseröhre kann durch den chronischen Rückstau unumkehrbare Schäden erleiden.
  • Regelmäßige Kontrollen mit oft schwieriger Punktion des Portes und Röntgenstrahlenbelastung sind erforderlich.

Schlauchmagen

Bei der Schlauchmagenbildung wird ein Großteil des Magens (ca. 70 Prozent) so entfernt, dass der Restmagen dann von Durchmesser und Aussehen her einer Fortsetzung der Speiseröhre gleicht. In den entfernten Magenanteilen liegen auch die Zellen, die für die Produktion eines „Hungerhormones“ verantwortlich sind (Ghrelin). Der Appetit nimmt ab. Die Mitentfernung dieser Zellen unterstützt also neben der Magenverkleinerung den erreichbaren Gewichtsverlust, der mittelfristig 60 bis 70 Prozent des Übergewichtes betragen kann.

Vorteile:

  • Der Weg der Speisen durch den Verdauungstrakt verändert sich nicht.
  • Es besteht geringes Risiko für Mangelerscheinungen.
  • Die Menge der aufnehmbaren Nahrung verringert sich bei jeder Mahlzeit (Restriktion).
  • Die Operation ist relativ kurz und risikoarm.
  • Es sind kaum postoperative Komplikationen beschrieben.
  • Es verbleibt kein Fremdmaterial (wie beim Magenband) im Körper.
  • Der Schlauchmagen kann bei langfristig nicht ausreichendem Gewichtsverlust oder erneutem Gewichtsanstieg später in andere, noch effektivere Verfahren umgewandelt werden (Magenbypass oder Biliopankreatische Diversion).

Nachteile & Risiken:

  • Es können Leckagen oder Engstellen an der langen Klammernahtreihe der Resektionslinie entstehen (sehr selten).
  • Hochkalorische weiche Lebensmittel (Eis, Milchshakes, Säfte, Cola, etc.) können weiterhin in großer Menge aufgenommen werden. Es besteht also die Möglichkeit, das Verfahren „auszutricksen“ und damit den Erfolg zunichte zu machen.

Magenbypass

Bei der Magenbypass Operation werden die Effekte der Restriktion und der Verkürzung der Verdauungsstrecke (Malabsorption) genutzt. Dies geschieht durch die Bildung eines kleinen Vormagens (Pouch), der nur ca. 30 Milliliter Volumen aufnehmen kann. An diesen Vormagen wird dann eine Dünndarmschlinge angeheftet (alimentäre Schlinge), in die erst nach ca. 150 Zentimetern die Verdauungssäfte (Galle und Bauchspeicheldrüsensekrete) zugeleitet werden. Erst ab diesem Punkt kann die Aufnahme der Nahrungsmittel erfolgen. Der Magenbypass ermöglicht eine langfristige Reduktion des Übergewichtes von 60 bis 70 Prozent.

Vorteile:

  • Durch unangenehme Nebenwirkungen bei Aufnahme von großen Nahrungsmengen oder viel Süßem „erzieht“ einen das Verfahren zu einer vernünftigen Ernährung.
  • Von allen angebotenen Verfahren besteht hier der beste zu erwartende Gewichtsverlust .
  • Es verspricht schnellen und anhaltenden Erfolg bei der Behandlung der Diabetes.
  • Gleichzeitiges Sodbrennen wird durch das Verfahren dauerhaft beseitigt.
  • Durch eine erneute Operation besteht die Möglichkeit, den Eingriff rückgängig zu machen.

Nachteile & Risiken:

  • Es bedeutet den größten operativen Aufwand mit mehreren Nahtverbindungen im Verdauungstrakt.
  • Engmaschige Nachsorge ist erforderlich.
  • Es existiert eine höhere Rate an „gefährlichen“ Komplikationen wie z. B. innere Einklemmung von Darmanteilen.
  • Lebenslange Einnahme von Spurenelementen und Vitaminpräparaten ist nötig.
  • Häufig bilden sich Gallenblasensteine, die im Verlauf eine Entfernung der Gallenblase erforderlich machen (wenn nicht schon bei der Bypass-Operation erfolgt).
  • Die Aufnahme von einigen Medikamenten nach der OP ist unsicher.
  • Der Restmagen ist nicht mehr durch eine Magenspiegelung einsehbar.

Noch Fragen?
Vereinbaren Sie gerne einen Termin für unsere Sprechstunde zu einem persönlichen Gespräch.

Ansprechpartner

Sekretariat
Dagmar Kluge
Susanne Lentner
Tel. +49 (0)89 1797-2302
Fax +49 (0)89 1797-905051
E-Mail: chi@barmherzige-muenchen.de


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