Hernienzentrum

Bauchwandbrüche (Hernien)

Eine Hernie oder ein Bauchwandbruch ist eine Muskellücke der Bauchwand. Diese kann angeboren oder zum Beispiel in Folge einer Operation erworben sein. Schließlich weicht die Muskulatur so weit auseinander, dass eine beutelartige Vorwölbung der restlichen Bauchwandschichten entsteht. Deren innere Auskleidung besteht im Regelfall aus Bauchfell (Peritoneum). Häufig enthält der Bruch einen Zipfel des sogenannten großen Netzes (Omentum majus) oder gar eine Darmschlinge. Frische Hernien können meist durch sanften Druck von außen wieder in den Bauchraum zurückgedrückt werden.

Bei der Narbenhernie handelt es sich um ein Auseinanderweichen (Bruch) der Bauchmuskulatur, meist durch eine unvollständige Wundheilung nach einer offenen Bauchoperation. Bei gleichzeitig vorliegenden Verwachsungen kann es zu einer langen Operationsdauer kommen. Es empfiehlt sich eine frühzeitige Operation, da sich wegen Vergrößerung des Narbenbruchs und fortschreitender Schrumpfung der Muskulatur die Möglichkeiten zur Heilung reduzieren. Beim Verschluss dieser Brüche müssen meist Kunststoffnetze zur Verstärkung eingesetzt werden. Auch bei Narbenhernien wird zunehmend minimalinvasiv, das heißt mit kleinen Schnitten, operiert.

Operation mittels Bauchschnitt
Bei dieser Operationsmethode wird die Bruchpforte über einen Schnitt freigelegt und der Inhalt des Bruchs in die Bauchhöhle zurück verlagert. Danach erfolgt der Verschluss des Bruches.

Direkte Naht: Dieser Verschluss ist nur bei sehr kleinen Brüchen möglich.

Fasziendopplung: Die Ränder der Bauchwandschichten (Faszie) werden überlappend vernäht (Operation nach Mayo), um eine bessere Stabilität zu erreichen.
Bei größeren Brüchen verstärkt man die Naht durch Einbringen eines Kunststoffnetzes. Es gibt resorbierbare und nichtresorbierbare Netze. Die einzelnen Netze unterscheiden sich hinsichtlich Material, Materialstärke und Herstellungsart.

Operation mittels Bauchspiegelung (IPOM - Intraperitoneal Onlay-Mesh)
Die minimalinvasive Chirurgie hat auch in der Hernienchirurgie zunehmend einen gewissen Stellenwert. Grundsätzlich ist hier die Einbringung eines (Kunststoff-) Netzes zur Stärkung oder als Ersatz der Bauchdecke notwendig.

Je nach Befund und Vor-Operationen planen wir mit Ihnen eine individuelle Therapie. Prinzipiell gilt, dass kleine Brüche meist genäht werden können, man muss aber nach der Operation die Bauchmuskulatur für sechs bis acht Wochen schonen. Größere Hernien bedürfen meist der Einnähung eines Netzes, hierbei ist eine körperliche Schonung für zwei bis vier Wochen einzuhalten.

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