Darmkrebszentrum

Behandlung

Wurde bei Ihnen die Diagnose Darmkrebs gestellt und das Ausmaß der Krebsausbreitung bestimmt („Staging“), stehen je nach Stadium der Erkrankung verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination eingesetzt werden.

Stadiengerechte Therapie

Das jeweilige Stadium der Darmkrebserkrankung bildet sich vorwiegend in zwei Klassifizierungssystemen ab, die ineinander überführbar sind: UICC (Union Internationale contre le Cancer) und TNM (T= Tumorausdehnung; N=Nodulus=Lymphknotenbefall; M=Metastasen).

Stadium UICC I

In diesem Anfangsstadium reicht eine fachgerechte chirurgische Entfernung des Tumors nach onkologischen Kriterien aus. In besonderen Fällen (pT1 low-risk-Situation) kann auch eine alleinige endoskopische Entfernung ausreichen.

Stadium UICC II

Beim Kolonkarzinom wird in der Regel eine alleinige chirurgische Tumorentfernung nach onkologischen Kriterien durchgeführt. In seltenen Fällen kann eine Chemotherapie nach der Operation für sechs Monate empfohlen werden.
Beim Rektumkarzinom kann je nach Entfernung des Tumors vom After eine kurzzeitige Strahlentherapie oder eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie vor oder gegebenenfalls auch nach der Operation vorteilhaft sein.

Stadium UICC III

Dieses Stadium zeichnet sich durch einen Lymphknotenbefall durch Tumorzellen aus.
Beim Kolonkarzinom wird nach der Operation eine Chemotherapie über 6 Monate empfohlen.
Beim Rektumkarzinom ist ein ähnliches Konzept wie im Stadium UICC II geschildert anzuraten.

Stadium UICC IV

Da in diesem Stadium eine Streuung von Tumorzellen (Fernmetastasierung) stattgefunden hat, ist eine alleinige Operation – außer gelegentlich aus palliativmedizinischen Gesichtspunkten – nicht zielführend. Nach Besprechung in einer Tumorkonferenz sollte ein individuelles Behandlungskonzept aufgestellt werden, das aus verschiedenen Therapieformen bestehen kann. Hierunter ist beim metastasierten Darmkrebs in manchen Fällen sogar noch eine Heilung möglich.

Methoden

Endoskopie

Wird der Darmkrebs in einem sehr frühen Stadium (spezielle Untergruppe des T1-Stadiums) entdeckt, kann eine alleinige endoskopische Therapie ausreichend sein. Die Diagnose des Frühkarzinoms wird entweder vom Untersucher während der Koloskopie bereits vermutet oder unerwartet erst in der histopathologischen Aufarbeitung der endoskopisch abgetragenen Polypen gestellt.

Zur Abtragung der Polypen bzw. der Frühkarzinome gibt es unterschiedliche endoskopische Resektionsverfahren, die je nach Größe, Lage und Vortherapie des Karzinoms ausgewählt werden und im gesamten Spektrum in unserem Zentrum vorgehalten werden. Die gängigste Methode ist die Mukosaresektion mit einer Schlinge (EPE/EMR). In bestimmten Fällen können neuere Verfahren wie die endoskopische Submukosadissektion (ESD) oder die endoskopische Vollwandresektion mittels Full-Thickness-Resektion-Device (FTRD) Vorteile bringen.

Nach einer erfolgreichen endoskopischen Tumorresektion sind regelmäßige Kontrollkoloskopie zur Nachsorge empfohlen.

Interventionelle Radiologie

Befindet sich der Darmkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium und hat bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) gesetzt, reicht eine einzige bzw. lokale Therapie in der Regel nicht mehr aus. Mit allen Behandlungspartnern gemeinsam wird ein Therapiekonzept erarbeitet, das mehrere verschiedene Maßnahmen beinhalten kann.

In diesem Rahmen hat auch die interventionelle Radiologie einen wichtigen Stellenwert. Hierbei werden zumeist chirurgisch nicht entfernte oder nicht entfernbare Metastasen in Leber oder Lunge durch Hitze, die über eine in die Metastase von außen eingebrachte Sonde verabreicht wird, abgetötet (z. B. Radiofrequenzablation, Mikrowellenablation).

Bei größeren Metastasen kann eine lokale Tumorzellzerstörung durch die Kombination aus Gefäßverstopfung (Embolisation) und Chemotherapeutikum, das gezielt in das Metastasen-versorgende Blutgefäß über einen Katheter eingebracht wird, sinnvoll sein (Transarterielle Chemoembolisation).

Operation

Eine Operation bietet besonders im Frühstadium optimale Heilungschancen. Oberstes Ziel aller Behandlungsmaßnahmen muss daher die Entfernung des Tumors bzw. des tumortragenden Darmabschnittes sein.

Die Operation hat somit bei der Behandlung des Dickdarm- und Mastdarmkrebses eine zentrale Bedeutung. Bei bestimmten Formen des Mastdarmkrebses hat sich die Vorbehandlung durch eine Strahlen- und Chemotherapie, eine sogenannte neoadjuvante Therapie, etabliert.

Nach der Entfernung (Resektion) des betroffenen Darmabschnittes werden die beiden Darmenden durch eine spezielle Nahttechnik miteinander verbunden. Je nach Lokalisation geschieht dies durch eine Naht von Hand oder mit einem Klammernahtgerät. Ein künstlicher Darmausgang muss bei Dickdarmtumoren nur äußerst selten angelegt werden.

Alle Eingriffe werden, je nach individueller Befundkonstellation, wenn möglich minimalinvasiv durchgeführt (Allgemein- und Viszeralchirurgie/Rektumkarzinom)

Bei Mastdarmtumoren (ca. sechs bis 16 Zentimeter vom After entfernt) kann in den meisten Fällen so operiert werden, dass der Schließmuskel erhalten bleibt. Die Anlage eines künstlichen Darmausganges auf Dauer ist hier also nicht die Regel, kann aber manchmal aufgrund individueller Besonderheiten vorübergehend (für zwei bis drei Monate) notwendig werden.

Nach allen Operationen am Dick- und Mastdarm werden Sie für kurze Zeit auf unserer lntensivstation versorgt. Das entfernte Gewebe wird nach dem chirurgischen Eingriff feingeweblich (histologisch) untersucht, um das Tumorstadium exakt bestimmen zu können.

Chemotherapie

Die Chemotherapie und/oder Strahlentherapie wird häufig ergänzend zu einem chirurgischen Eingriff eingesetzt. Vor einer Operation dienen sie dazu, den Tumor zu verkleinern und so den chirurgischen Eingriff zu erleichtern. Tumoren, die zunächst zu groß für eine operative Entfernung sind, können nach einer solchen Vorbehandlung häufig doch noch operiert werden.

Wird eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie nach der Operation durchgeführt, sollen noch vorhandene Krebszellen abgetötet werden.

Während die Strahlentherapie nur lokal im Bereich des Bestrahlungsfelds wirkt, erfasst die Chemotherapie alle Krebszellen im ganzen Körper. Eine Chemotherapie kann oft ambulant  durchgeführt werden.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Chemotherapie zählen Übelkeit, Durchfall und Haarausfall sowie Veränderungen des Blutbildes. Diese Begleiterscheinungen lassen sich heute jedoch gut abschätzen und durch entsprechende Maßnahmen verhindern, bzw. lindern.

Strahlentherapie

Die Chemotherapie und/oder Strahlentherapie wird häufig ergänzend zu einem chirurgischen Eingriff eingesetzt und betrifft in der Regel den Krebs im Mastdarm. Im übrigen Dickdarm hat die Strahlentherapie keinen Stellenwert. Vor einer Operation dienen sie dazu, den Tumor zu verkleinern und so den chirurgischen Eingriff zu erleichtern. Tumoren, die zunächst zu groß für eine operative Entfernung sind, können nach einer solchen Vorbehandlung häufig doch noch operiert werden.

Wird eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie nach der Operation durchgeführt, sollen noch vorhandene Krebszellen abgetötet werden.

Während die Strahlentherapie nur lokal im Bereich des Bestrahlungsfelds wirkt, erfasst die Chemotherapie alle Krebszellen im ganzen Körper. Eine Chemotherapie kann oft ambulant  durchgeführt werden.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen der Chemotherapie zählen Übelkeit, Durchfall und Haarausfall sowie Veränderungen des Blutbildes. Diese Begleiterscheinungen lassen sich heute jedoch gut abschätzen und durch entsprechende Maßnahmen verhindern, bzw. lindern.

Zielgerichtete Therapie

Zu den zielgerichteten Wirkstoffen gehören beispielsweise Arzneistoffe, die die Neubildung von den Tumor versorgenden Blutgefäßen hemmen oder das unkontrollierte Wachstum von Tumorzellen blockieren.

Gezielte Krebstherapien werden häufig in Kombination mit einer herkömmlichen Chemotherapie oder auch in Kombination mit einer Strahlentherapie eingesetzt. Bei der Behandlung von (fortgeschrittenem) Darmkrebs haben bisher drei zielgerichtete Wirkstoffe Eingang in die klinische Praxis gefunden.

Dies sind die monoklonalen Antikörper Bevacizumab (Handelsname Avastin®), Cetuximab (Handelsname Erbitux®) und Panitumumab (Handelsname Vectibix®).

Ergänzend wird bei allen Patienten eine Ernährungsberatung angeboten.