Darmkrebszentrum

Früherkennung

Früherkennung – wer, wann, wie?

Selbst wenn sich bereits ein Darmkrebs entwickelt hat, können bei einer frühen Diagnose etwa 90 Prozent aller Darmkrebspatienten geheilt werden. Daher spielt beim Darmkrebs die Früherkennung eine außerordentlich wichtige Rolle. Ihr persönliches Darmkrebsrisiko können Sie mit einem kurzen Gesundheitscheck der Felix-Burda-Stiftung in zwei Minuten ermitteln.

Der Gesetzgeber hat die Möglichkeit von Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen ab dem 55. Lebensjahr geschaffen. Um einen Darmkrebs zu erkennen, stehen dem Arzt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wobei der Darmspiegelung sicherlich die größte Bedeutung zukommt. Durch diese bietet sich die Möglichkeit Polypen auch frühzeitig zu erkennen und zu entfernen.

Die wichtigsten Untersuchungsmethoden zum Nachweis eines Tumors sind

Wird ein Tumor entdeckt, können weitere Untersuchungen notwendig sein, um die Ausbreitung auf benachbartes Gewebe und andere Organe zu bestimmen

Erst nachdem alle erforderlichen Untersuchungen durchgeführt wurden und die Ergebnisse vorliegen, können die individuell auf den Patienten abgestimmten Behandlungsmaßnahmen im Rahmen der Tumorkonferenz festgelegt werden.

Tastuntersuchung des Rektums

Bei der Tastuntersuchung wird der Mastdarm durch den After mit dem Finger vorsichtig ausgetastet. Beurteilt werden können dabei die Beschaffenheit des Mastdarms, der Schließmuskel und die Prostata (Vorsteherdrüse des Mannes). Spürt der Arzt auf der im Normalfall glatten Darmschleimhaut knotige Veränderungen, muss in weiteren Untersuchungen (Mastdarmspiegelung und komplette Darmspiegelung) geklärt werden, ob es sich um eine Tumorerkrankung handelt.

Okkultbluttest (Hämocculttest)

Der Hämocculttest (Häm = Blut, occult = verborgen) ist ein Labortest, mit dem sich bereits geringe Mengen Blut im Stuhl nachweisen lassen. Mit einem kleinen Spatel wird an drei aufeinander folgenden Tagen je eine Stuhlprobe auf die Testfelder von Testbriefchen aufgetragen. Anschließend werden die Briefchen verschlossen und dem Arzt übergeben. Ein positives Ergebnis bedeutet nicht zwangsläufig Krebs. Oftmals haben die Blutungen andere Ursachen, z. B. Hämorrhoiden oder Darmentzündungen. Um die Blutungsursache festzustellen, muss neben der Tastuntersuchung und der Spiegelung des Mastdarms (Rektoskopie) auch eine komplette Darmspiegelung (Koloskopie) erfolgen.
Der Test auf okkultes Blut wird als Vorsorgeuntersuchung für Nicht-Risikopatienten jährlich ab dem 50. Lebensjahr empfohlen.

Darmspiegelung (Koloskopie)

Die Darmspiegelung ist die wichtigste und aussagekräftigste Untersuchung zur Feststellung eines Tumors.

Bei der Darmspiegelung (Koloskopie) untersucht der Arzt – ausgehend vom After –  die Beschaffenheit des gesamten Dickdarms mit einem Endoskop. Hierbei handelt es sich um ein dünnes, flexibles Instrument (siehe Abbildung), das u. a. mit einer Lichtquelle und einem Videochip ausgestattet ist, so dass damit die gesamte Darmschleimhaut während der Untersuchung auf einem Bildschirm begutachtet werden kann.

Für die Untersuchung muss der Darm vorher gründlich gereinigt werden.

Bei verdächtigen Veränderungen werden Gewebeproben (Biopsie) entnommen. Diese Proben werden anschließend von einem Spezialisten unter dem Mikroskop auf Krebszellen begutachtet.
Darmpolypen können in den meisten Fällen während der Darmspiegelung mit einer kleinen Schlinge schmerzlos entfernt werden. (siehe Abbildung)

Die Vorsorgekoloskopie wird bei Nicht-Risikopatienten ab dem 55. Lebensjahr empfohlen. Je nach individuellem Risikoprofil kann die Darmspiegelung auch schon früher sinnvoll sein. Die Untersuchungsintervalle richten sich nach dem Koloskopiebefund, bei unauffälligen Ergebnissen spätestens alle zehn Jahre.

Röntgenuntersuchung

 „Virtuelle Darmspiegelung" (CT-Kolonographie)
Bei der sogenannten CT-Kolonographie, oft auch als „virtuelle Darmspiegelung" bezeichnet, werden mithilfe einer Computertomographie (CT) Schnittbilder des Darms angefertigt und zu einer dreidimensionalen Ansicht des Darminneren weiterverarbeitet. Um eine gute Sicht auf die Darmwand zu bekommen, müssen die Patienten allerdings auch Abführmittel zur Darmreinigung einnehmen. Als Röntgenuntersuchung hat die Computertomographie auch eine gewisse Strahlenbelastung. Größere Polypen sind mit der Methode ähnlich sicher wie bei der normalen Darmspiegelung zu erkennen. Bei kleineren Polypen ist die CT-Kolonographie jedoch weniger zuverlässig. Außerdem können Polypen, die bei der CT-Untersuchung entdeckt werden, nicht wie bei der Koloskopie sofort entfernt werden. Aus diesem Grund gilt die normale Darmspiegelung nach wie vor als beste Methode für eine sichere Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs.

Eine Weiterentwicklung dieser Methode mittels Magnetresonanztomographie (MRT), die ohne eine Röntgenstrahlenbelastung auskommt, ist derzeit noch nicht ausgereift und muss noch in weiteren Studien untersucht werden.

Sonographie

Ultraschalluntersuchung des Bauches (Sonographie)
Anhand der Ultraschalluntersuchung des Bauches lässt sich feststellen, ob der Tumor bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen gebildet hat. Vor allem die Begutachtung der Leber steht dabei im Mittelpunkt.

Ultraschalluntersuchung des Mastdarms (Endosonographie)
Für die Beurteilung, ob und wie weit sich ein bösartiger Tumor des Mastdarms (Rektumkarzinom) ausgedehnt hat, wird eine Ultraschalluntersuchung mit einer in den Darm eingeführten Sonde durchgeführt. Beurteilt wird der Ausbreitungsgrad innerhalb der Darmwand sowie der nahegelegenen Lymphdrüsen. Einen besonderen Stellenwert hat die Endosonographie für die Planung der Operation.

Computertomographie (CT)

Auch die Computertomographie der Bauchhöhle und des Beckens ist Bestandteil der Diagnostik, um genau zu beurteilen, ob der Krebs die Darmwand überschritten hat und Nachbarorgane oder Lymphdrüsen befallen sind (Metastasierung).

Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT)

Die Kernspintomographie ermöglicht ebenfalls eine schichtweise Darstellung des Körpers. In diesem Fall werden allerdings keine Röntgenstrahlen verwendet, sondern ein Magnetfeld. Bei Mastdarmkrebs entwickelt sich die Kernspintomographie neben der Endosonographie derzeit zum wesentlichen Verfahren für die Beurteilung der Tumorausdehnung.

Laboruntersuchungen

Für die Beurteilung von Dickdarm- und Mastdarmtumoren sind vor allem die sogenannten Tumormarker von Bedeutung. Es handelt sich dabei um Substanzen, die verstärkt von Tumorzellen gebildet werden. Leider sind diese Tumormarker jedoch sehr unspezifisch und können auch bei einem gesunden Darm vorkommen. Außerdem schließt ein normaler Tumormarker eine Krebserkrankung nicht sicher aus. Besonders eignen sich Tumormarker zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs nach einer Operation, wenn sie zuvor erhöht waren. Sie werden deshalb vor allem im Rahmen der Krebsnachsorge bestimmt, um einen Krankheitsrückfall rechtzeitig zu erkennen. Der für den Darmkrebs bedeutendste Tumormarker ist das CEA (carcinoembryonales Antigen).