Klinik für Urologie
Blasentumorklinik – größtes Zystektomie Zentrum in ganz Deutschland
Die Klinik für Urologie des Krankenhauses Barmherzige Brüder in München unter der Leitung von Prof. Dr. Karl führt nach Angaben des unabhängigen Projektes „Deutsches Krankenhaus Verzeichnis“ mit weitem Abstand die meisten Harnblasenentfernungen (radikale Zystektomien) bei Harnblasenkrebs in ganz Deutschland durch.
>> Deutsches Krankenhaus Verzeichnis
(bitte geben Sie bei der Suchabfrage: Was? „5-576“und Wo? „ohne Einschränkungen“ ein, dann nach Fallzahl sortieren lassen)
Prof. Karl: Für uns steht die Patientensicherheit sowie die Qualität unserer Arbeit immer an oberster Stelle. Ich selbst habe schon sehr früh mein Interesse für dieses Gebiet entdeckt und im Jahr 2010 zum Thema Harnblasenkarzinom habilitiert. In der Folge durfte ich dann über viele Jahre das Blasenkarzinomzentrum an der Ludwig-Maximilians-Universität in München leiten und dort meine chirurgische Expertise erwerben und ausbauen. Die radikale Zystektomie mit Harnableitung (Neoblase bzw. Ileumconduit) gehört zu den größten Eingriffen im Fach Urologie. Wir haben uns als erste Klinik in München und Umgebung als Blasentumorzentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizieren können. Hierzu bedarf es ganz besonderer Qualitätsanforderungen und entsprechend hoher Fallzahlen. Das Krankenhaus bietet dabei einen extrem hohen Sicherheitsstandard mit einer der größten Intensivstationen in München, einer hervorragenden Inneren Abteilung mit eigenem Herzkatheterlabor, einer großen anästhesiologischen Abteilung, einer äußerst erfahrenen Chirurgie sowie einer eigenen Geriatrie und Ernährungsmedizin. Die Pflege und die Ärzteschaft haben durch diese hohe Fallzahl eine unglaubliche Erfahrung und Routine in der Versorgung von Patient:innen mit Zystektomie erwerben können. All diese Faktoren machen das Krankenhaus ideal für die Durchführung derartiger Eingriffe. Wir sind ein Haus mit einer idealen Größe und einem besonders menschlichen und wertschätzenden Umgang mit unseren Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen. Ich denke, dass die Kombination all dieser Faktoren letztendlich zu dieser hohen Fallzahl und Qualität an unserem Hause geführt hat. In erster Linie möchte ich unseren Patientinnen und Patienten für ihr Vertrauen in unsere Abteilung danken und hoffe, dass wir noch vielen Menschen mit unserer Arbeit helfen können.
Die „Blasentumorklinik“ des Krankenhauses Barmherzige Brüder München ist in ganz besonderer Weise auf die Diagnose und die Therapie von Harnblasentumoren spezialisiert.
Der Chefarzt der Klinik für Urologie und Leiter der Blasentumorklinik, Prof. Dr. Alexander Karl, ist seit über 20 Jahren sowohl klinisch als auch wissenschaftlich auf dem Gebiet der Blasentumorforschung tätig und gilt national wie auch international zu den Operateuren mit der größten Erfahrung bei der Behandlung von lokal begrenzten wie auch von fortgeschrittenen Harnblasentumoren. Das besondere und langjährige Interesse am Harnblasenkarzinom wird auch am Titel seiner Habilitation: "Innovative Diagnoseverfahren beim Harnblasenkarzinom" deutlich. Zahlreiche seiner Publikationen zum Thema Harnblasenkarzinom etc. sind unter folgendem Link abrufbar: ►Publikationsliste
Unter der Leitung von Prof. Karl werden jährlich ca. 100 Zystektomien mit Harnableitung (Neoblase / Conduit) durchgeführt. Mit über 2500 durchgeführten transurethralen Blasentumorresektionen und einer einzigartigen Expertise auf dem Gebiet der Fluoreszenzendoskopie gehört Prof. Karl zu den herausragenden Experten auf diesem Gebiet.
Die Blasentumorklink verfügt zudem über ein hoch spezialisiertes Team aus Ärzten und Pflegekräften mit modernster apparativer Ausstattung zur bestmöglichen Behandlung eines Blasentumors.
Die einzigartige Spezialisierung auf diesem Gebiet hilft dabei die bestmöglichen funktionellen und onkologischen Ergebnisse in Kombination mit höchster Sicherheit für die Patienten zu erreichen.
Bitte wenden Sie sich gerne jederzeit mit weiteren Fragen direkt an uns.
Allgemeine Therapieverfahren beim Harnblasenkarzinom
Therapie des nicht-muskelinvasiven Tumors
Die Transurethrale Resektion der Harnblase (TUR-B)
Eine transurethrale Resektion der Harnblase (hier wird der Tumor über die Harnröhre mit Hilfe einer Elektroschlinge entfernt) wird bei Nachweis eines Tumors in der vorangegangenen Blasenspiegelung oder sicherem sonographischem Verdacht durchgeführt. Bei diesem Verfahren wird zum einen Gewebe zur genauen Diagnosestellung gewonnen und zusätzlich die Tiefenausdehnung und die Aggressivität eines Tumors bestimmt.
Zum anderen stellt die TUR-B die primäre Therapie eines oberflächlich wachsenden Harnblasentumors dar. Hierbei wird versucht alle nicht-muskelinvasiven Tumoren in der Harnblase zu entfernen.
TUR-B - Die Operation in Kürze
Vorbereitung zur Operation:
Bei einem Eingriff unter Narkose kann man normalerweise bis 24 Uhr am Vortag wie üblich essen und trinken; empfehlenswert ist ein leichtes Abendessen. Am Tag vor der Operation wird keine besondere Desinfektion des Eingriffsortes vorgenommen; dies geschieht im OP-Saal kurz vor der Operation.
Narkose:
Der Eingriff dauert je nach Ausprägung des Tumorbefalls der Blase in der Regel zwischen 20 und 40 min, so dass die Narkose für diesen Zeitraum berechnet wird.
Nach dem Eingriff:
Nach dem Eingriff wird in der Regel ein Katheter gelegt welcher je nach Befundgröße für 1 bis 2 Tage belassen wird. Zudem wird während der Operation entschieden, ob eine sog. Frühinstillation mit einem Chemotherapeutikum in die Harnblase, durchgeführt werden soll. Nach dem Eingriff werden Sie wieder zurück auf die Station gebracht und können nach einer gewissen Zeit schon wieder normal essen und trinken.
Tumor in der Blase – was jetzt? | TUR-B bei Blasenkrebs: Ablauf, Risiken & Nachsorge einfach erklärt
Die komplette Entfernung der Harnblase (radikale Zystektomie)
Bildgebende Verfahren vor Durchführung einer Zystektomie
Wird im Rahmen der TUR-B bzw. nach einer Blasenbiopsie muskelinvasiver oder auch therapieresistenter nicht-muskelinvasiver Tumor diagnostiziert, werden von den aktuellen Richtlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie (EAU) bestimmte, bildgebende Untersuchen empfohlen.
Dieses sog. Stagings (Stadieneinteilung) ist die Bestimmung der Tumorausbreitung. Von Interesse sind die örtliche Tumorausbreitung, die Detektion von möglichen Lymphknotenmetastasen, sowie die Detektion einer Metastasierung in andere Organe (z.B. Leber, Lunge, Knochen etc.).
In der Regel wird ein Computertomogramm mit Kontrastmittel bzw. eine Magnetresonanztomographie mit Kontrastdarstellung empfohlen. Für Patienten mit histologisch bestätigtem, muskelinvasivem Tumorwachstum sollte ein CT des Thorax (Lungenbereich), des Abdomens (Bauchraums) und des kleinen Beckens mit urographischer Darstellung des kompletten Harntraktes durchgeführt werden.
Formen der Harnableitung
Neoblase:
Eine Ersatzblase aus Darm mit Anschluss an die ursprüngliche Harnröhre kommt der natürlichen Harnblase, in Bezug auf die Speicher- und Entleerungsfunktion, am nächsten und ist mittlerweile weit verbreitet.
Eine Neoblase kann nicht angeboten werden, wenn der Tumor bereits die Harnröhre befallen hat bzw. eine entzündliche Darmerkrankung vorliegt, die die Verwendung eines größeren Darmstücks verbietet.
Nach Entfernung der Harnblase übernimmt die Neoblase die Speicherfunktion für den Urin, wobei die Ersatzblase an die Stelle der ursprünglichen Harnblase gesetzt und dann mit der Harnröhre verbunden wird. Der Urin kann nun wie bisher über die Harnröhre abgegeben werden.
In den ersten Wochen nach der Operation ist das Volumen der neuen Blase noch relativ eingeschränkt, so dass es noch zu Urinabgang bei nur geringer Speicherkapazität der Blase kommen kann. Nach kurzer Zeit sollte jedoch das System so gut eingespielt sein, dass eine gute Kontinenz am Tage und später auch in der Nacht erreicht werden kann.
Fernsehbeitrag ZDF – 18.03.2020
Thema: Ersatz für die Blase
Ileumconduit:
Die Anlage eines Ileumconduits gilt als eine etablierte Option der Harnableitung, die mit hervorragenden Ergebnissen seit über 60 Jahren praktiziert wird. Die Entscheidung für die Anlage eines Ileumconduits wird gehäuft bei älteren männlichen und weiblichen Patienten getroffen, bei denen ein weit fortgeschrittener Tumor vorliegt oder eine simultane Urethrektomie (Entfernung der Harnröhre) bei Befall der Harnröhre notwendig ist. Auch eine primäre Inkontinenz bzw. auch der Wunsch des Patienten nach dieser Form der Harnableitung kann den Ausschlag für die Wahl dieses Verfahrens geben.
Für das Ileumconduit wird ein ca. 12-15 cm langes Dünndarmstück ausgeschaltet, und die Harnleiter werden auf einer Seite entweder gemeinsam oder einzeln in den stillgelegten Darmteil eingenäht. Der durchtrennte Darmanteil wird wieder zusammengefügt und dient nun weiterhin der Stuhlpassage.
Das nach außen gewandte Ende des Darms, in welchen die Harnleiter eingesetzt werden, wird im Unterbauch durch die Haut ausgeleitet. Dieser Darmanteil dient nun als Verbindung zwischen Harnleiter und Haut. Nun kann ein Beutelsystem auf die Haut geklebt werden, welches den Urin sammelt und vom Patienten in entsprechenden Intervallen geleert und gewechselt werden muss.
Pouch:
Eine weitere Option der Harnableitung ist ein katheterisierbarer Pouch; dabei handelt es sich um ein aus Darmteilen geschaffenes Urin-Reservoir, das über ein dicht schließendes Stoma im Unterbauch oder im Bauchnabel mündet. Der Pouch wird in gewissen Intervallen vom Patienten mittels eines Katheters entleert. Diese Form der Harnableitung kommt gerade für Patienten in Frage, bei denen der Wunsch nach einem kontinenten Stoma besteht, wobei ein primärer Anschluss einer Neoblase an die eigene Harnröhre nicht möglich ist.
Zystektomie bzw. die Entfernung der Harnblase bei Blasenkrebs: Wie läuft die Operation ab? Welche Fragen gibt es vorab zu klären? Welche Harnableitung ist die richtige? Conduit oder Neoblase?
Ansprechpartner

Kontakt
Prof. Dr. Alexander Karl
Chefarzt
Sprechstunden
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Sekretariat
Heike Mylius
Anna Schirdewahn
Montag bis Freitag 8:00 - 16.00 Uhr
Tel. +49 (0)89 1797-2603
Fax +49 (0)89 1797-2623
E-Mail: uro@barmherzige-muenchen.de












