Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Knorpelschäden

Knorpelschäden im Kniegelenk können, je nach Ausprägung, mit einer großen Einschränkung der Aktivität einhergehen. Unabhängig ob durch einen Unfall (traumatisch) oder aufgrund von Verschleiß (degenerativ), im Rahmen einer Entzündung oder einer Durchblutungsstörung können die Schmerzen so ausgeprägt sein, dass sie zur Immobilisation führen. Das Problem für den Patienten ist, dass ein Knorpelschaden sich von alleine nicht regenerieren kann.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Krankenhauses Barmherzige Brüder verfügt über verschiedene, vor allem arthroskopische oder arthroskopisch gestützte Verfahren zur Therapie von Knorpelläsionen unterschiedlicher Ausprägung.

Knorpelglättung

Bei dieser arthroskopischen Technik werden freie oder sich in Ablösung befindliche Knorpelanteile abgetragen und aus dem Gelenk entfernt, um dadurch die Knorpeloberfläche abzurunden und entzündliche Prozesse im Gelenk zu reduzieren. Die Wirksamkeit dieser minimalinvasiven Behandlung liegt hauptsächlich in der Entfernung von aggressiven, beim Knorpelzerfall entstehenden, Enzymen. Diese Form der Knorpeltherapie wird jedoch sehr zurückhaltend durchgeführt. Eine Knorpelreparation wird hierdurch nicht erreicht.

Knochenmarkstimmulierende Verfahren (Micro-Fracturierung)

Bei kleinen Knorpelschäden mit einer Flächenausdehnung von bis zu 1 x 1,5 cm wird die Mikrofrakturierung eingesetzt. Dabei eröffnet der Operateur mit einem Spezialinstrument die Oberfläche des unter dem Knorpel liegenden Knochens. Das Ziel dieser Methode ist, durch Eröffnung der subchondralen Knochenlamelle eine Blutung aus dem Knochenmark zu erzeugen und durch Einwanderung von Blut- und Knochenmarksstammzellen die Bildung eines Knorpel-Ersatzgewebes zu induzieren. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, dass es rein arthroskopoisch möglich ist sowie in einer einzigen Operation vorgenommen werden kann. Der Nachteil ist, dass zwar die mittelfristigen Ergebnisse bis acht Jahre nach dem Eimgriff gut sind, danach werden die Ergebnisse durch begrenzte Haltbarkeit des Ersatzknorpels wieder schlechter.

Knorpelknochentransplantation

Bei diesem Verfahren wird ein Knorpelknochenzylinder aus einem nicht belasteten Gelenkbereich entnommen und in den Knorpeldefekt implantiert. Die Knorpelknochenzylinder haben einen Durchmesser von sechs bis zehn mm und werden passgenau in den Defekt eingebracht. Diese Methode ist jedoch limitiert auf Defektgrößen von ca. zwei Quadratzentimetern, da ansonsten der Entnahmedefekt zu groß wird und dort Beschwerden entstehen können.

Der Vorteil ist, dass hyaliner Gelenkknorpel transplantiert wird. Der Nachteil ist, dass dieses Verfahren technisch nur offen (über einen Schnitt) möglich ist, zudem kann durch den Defekt an der Entnahmestelle eine Reizung des Gelenkes ausgelöst werden, die den Heilungsprozess etwas verlängern kann.

Knorpelzelltransplantation (ACT/MACI)

Hierbei handelt es sich um ein Verfahren in zwei Operationen, bei dem im Rahmen eines Ersteingriffs Knorpel aus einem wenig belasteten Randbezirk des betroffenen Gelenkes arthroskopisch entnommen wird. Im Labor wird dieser aufbereitet, vermehrt und dann im Rahmen einer Zweitoperation in die Defektzone implantiert. Dabei wird die Oberfläche über dem Defekt entweder über einen entnommenen Knochenhautlappen beziehungsweise neuerdings über eine Kollagenmembran (ACT) verschlossen. Oder aber die gezüchteten Knorpelzellen werden über Trägermaterial eingebracht und mitsamt dem Trägermaterial in den Knorpeldefekt implantiert (MACI). Mit diesen Methoden können auch größere Knorpeldefekte repariert werden (zwei bis zehn Quadratzentimeter). Zumeist erfordert diese Methode auch eine Gelenkeröffnung.

Diese aufwendige Technik vermag gegenüber den anderen Techniken eine nahezu vollständige Heilung des Knorpeldefektes ermöglichen.

Nachbehandlung

Sämtliche operativen Knorpelreparationsverfahren bedürfen einer längeren postoperativen Entlastungsphase (sechs Wochen) und einer intensiven physiotherapeutischen Nachbehandlung, insbesondere zur Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit. Es besteht zumeist ein Sportverbot für sechs Monate.

Unsere Spezialisten für Sportorthopädie

Zur Vorstellung von sportorthopädischen Patienten haben wir eine spezielle Sprechstunde eingerichtet, die von Departmentleiter Oberarzt Dr. Uwe Glatzmaier und seinem Stellvertreter Dr. Felix Schneider durchgeführt wird.


Eine telefonische Terminvereinbarung zu unseren Sprechstunden ist erforderlich:

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