Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung

Knieendoprothesen

Bei der fortgeschrittenen Arthrose des Kniegelenkes, d. h. bei großflächigen und tiefgreifenden Knorpelschäden, ist vor allem beim älteren Menschen die Versorgung mit einer Knieprothese möglich, um die Mobilität sicherzustellen.

Knieendoprothetik

In den letzten 30 Jahren haben sich die Ergebnisse von künstlichen Kniegelenken durch neue Materialien und eine schonende Operationstechnik kontinuierlich verbessert. Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Krankenhauses Barmherzige Brüder München verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung mit Knieendoprothesen. Pro Jahr führen wir etwa 855 dieser Operationen auf dem neuesten Stand des medizinischen Wissens durch.

Behandlung

Wir behandeln die Patienten mit individuellen Behandlungspfaden und verwenden, wenn es sinnvoll ist, unterschiedliche Prothesen für männliche und weibliche Patienten. Je nach Ausmaß der Schädigung kommen verschiedene Prothesentypen in Frage. Wir bieten unseren Patienten eine optimale Behandlung nach dem aktuellen Stand der Medizin. Dies betrifft:

  • Das Langzeitergebnis durch Auswahl hochwertigster Endoprothesen.
  • Die schnelle Rehabilitation – die gewebeschonende Operationstechnik erlaubt die unmittelbare Belastung des operierten Kniegelenks nach der Operation.
  • Die Sicherheit des Patienten – die Patienten werden nach einem erprobten, standardisierten Behandlungsplan versorgt, wobei die individuellen Besonderheiten des Patienten berücksichtigt werden.

Die Implantation eines Kunstgelenks kommt bei fortgeschrittenem Verschleiß des Knorpels des Kniegelenks, der sogenannten Gonarthrose, zur Anwendung. Je nach Schweregrad und Lokalisation der Arthrose sowie Stabilität des Kapsel-Band-Apparats kommen verschiedene Endoprothesenmodelle zur Anwendung.

Allen gemeinsam ist, dass mit möglichst geringem Knochenverlust die verschlissene Knorpel-Knochen-Oberfläche entfernt und ersetzt wird. Ähnlich wie bei der Endoprothetik der Hüfte kommen muskelschonende Operationstechniken zur Anwendung. Fast immer darf der Patient das operierte Bein sofort nach der Operation schmerzorientiert voll belasten. Die krankengymnastische Übungsbehandlung beginnt am Tag der Operation. So wird eine deutlich schnellere Rehabilitation nach der Operation erreicht.
Die Patienten können die Klinik verlassen, wenn die Operationswunde reizlos abgeheilt und der Patient selbstständig gut und sicher mobil ist. Dies ist bei den weitaus meisten Patienten zwischen dem dritten und siebten Tag nach der Operation der Fall.

Nach dem stationären Aufenthalt werden die Patienten entweder für drei Wochen in eine stationäre Anschlussheilbehandlung („Reha“) verlegt oder die Rehabilitation erfolgt in einem ambulanten Rehazentrum bzw. bei niedergelassenen Krankengymnasten. Wie lange der Patient bei uns im Krankenhaus bleibt und in welcher Form die weitere Rehabilitation durchgeführt wird, entscheiden wir individuell gemeinsam mit dem Patienten.

Monoschlittenprothese

Ist nur die Innenseite des Kniegelenkes von der Arthrose betroffen, kann eine sogenannte Monoschlittenprothese eingesetzt werden. Der intakte Knorpel auf der Außenseite des Kniegelenks bleibt unberührt, es wird lediglich der zerstörte Anteil des Kniegelenks ersetzt. Bei der Operation werden nach Entfernung der verschlissenen Gelenkanteile auf der Innenseite Kufen aus Edelstahl eingesetzt, dazwischen liegt eine Scheibe aus Polyethylen (Kunststoff). Beide Metallanteile werden meist mittels Knochenzement am Oberschenkelknochen beziehungsweise Schienbeinkopf fixiert.

Vorteil dieses Endoprothesentypes ist, dass nur der zerstörte Anteil des Gelenkes ersetzt wird; der gesunde Anteil bleibt erhalten und weiter funktionsfähig. Die minimalinvasive Operationstechnik ohne Muskeldurchtrennung ermöglicht eine rasche Rehabilitation. Die Patienten sind meist vier bis sechs Tage bei uns im Krankenhaus.

Sollte es nach Jahren zu einem Fortschreiten des Gelenkverschleißes auf der nicht ersetzten Seite oder hinter der Kniescheibe kommen, ist ein Wechsel auf einen Doppelschlitten möglich.

Doppelschlittenprothese

Sind mehrere Anteile des Kniegelenks von der Arthrose betroffen, kommt eine sogenannte Doppelschlittenprothese zur Anwendung. Bei dieser Operation werden die abgenutzten Knorpelflächen entfernt. Äußerer und innerer Gelenkanteil, das Gleitlager der Kniescheibe und eventuell auch die Kniescheibenrückfläche werden durch Metallkufen bzw. Kunststoffanteile ersetzt (Oberflächenersatz des Kniegelenkes). Oberschenkelknochen und Schienbeinkopf werden mit Hilfe von speziellen Schablonen so bearbeitet, dass die Prothesenteile passgenau auf dem Knochen fixiert werden können. Zwischen die beiden Gelenkanteile wird ein drehbewegliches, formschlüssiges Polyethylen-Onlay eingebracht, das auf den Flächen der Oberschenkelprothese frei gleiten kann. Die Prothese ist ungekoppelt. In manchen Fällen ist auch die Rückseite der Kniescheibe zu ersetzen.

Der Doppelschlitten wird, je nach Knochenqualität und erwarteter Belastung, mit oder ohne Knochenzement beziehungsweise teilweise zementiert eingesetzt. Das Knie wird weiter von den eigenen Bändern geführt und stabilisiert.
Etwa 90 Prozent der bei uns eingebauten Knieprothesen sind Doppelschlittenprothesen. Es gibt hier unterschiedliche Prothesen für männliche und weibliche Patienten. Durch die muskelschonende OP-Technik ist die Vollbelastung sofort nach der OP erlaubt. Die Entlassung erfolgt in der Regel nach vier bis sieben Tagen.

Gekoppelte Prothesen

Ist der Verschleiß ausgedehnter oder liegt eine Instabilität bei Schädigung des Seiten-Band-Apparats vor, sind gekoppelte Prothesensysteme erforderlich. Dabei wird die fehlende Stabilisation des Gelenks durch eine mechanische Kopplung, z. B. ein Scharnier, zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelteil der Prothese gewährleistet. Darüber hinaus werden gekoppelte Knieprothesen vor allem bei Wechseloperationen, nach Infektionen des Kniegelenkes und bei Kniegelenkstumoren eingesetzt.

Kontakt

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